EUROPA, USA UND DER FRIEDE

EUROPA, USA UND DER FRIEDE

Dieser Tage vor 30 Jahren wurde durch das Abkommen von Dayton der Bosnien-Krieg beendet. Hätte es aber überhaupt zum Krieg kommen müssen? Der „Hauptarchitekt“ des Dayton Abkommens, Richard Holbrooke, meint in seinen in Buchform erschienenen Erinnerungen „Meine Mission“ (München 1988): „Die Tragödie in Jugoslawien war nicht vorherbestimmt. Sie war das Produkt machthungriger, teilweise sogar krimineller Politiker, die ethnische Spannungen zu ihrem persönlichen, politischen und finanziellen Vorteil missbrauchten.“ Entschieden lehnt er die These ab, dass nach dem Tod des jugoslawischen Präsidenten die historische Feindschaft zwischen den verschiedenen Ethnien und Religionen automatisch zum Krieg führen musste.

VON DER DEMOKRATIE ZUM FASCHISMUS?

VON DER DEMOKRATIE ZUM FASCHISMUS?

Am 26. Oktober 1955, also vor 70 Jahren, wurde vom österreichischen Parlament das Neutralitätsgesetz beschlossen. Seitdem genießt die Neutralität in Österreichs Bevölkerung einen überaus hohen Stellenwert. Sie gilt als Schutz vor Angriffen und schafft die Möglichkeit, als Vermittler tätig zu werden und anderen zu helfen, Konflikte friedlich beizulegen. Verschiedene Meinungsumfragen (zum Beispiel Eurobarometer 2025) bestätigen diese Haltung der großen Mehrheit der Österreicher und Österreicherinnen. Dennoch gibt es heute, wenngleich auf wenige Experten und Expertinnen beschränkt, eine Debatte über den Nutzen der Neutralität einerseits und eines NATO-Beitritts andererseits. Und damit zusammenhängend stellt sich die Frage, ob Österreich überhaupt seine Neutralität einseitig aufgeben könnte.