Südafrika 2026

Südafrika 2026

Vor 30 Jahren hatte ich die Chance im Township Orange Farm/Johannesburg mit dem „Lehrmeister“ von Nelson Mandela, Walter Susulu, den Grundstein für eine Schule von „Education Africa“ zu legen. Die Stadt Wien wollte mit einer finanziellen Unterstützung dieser Schulgründung den Transformationsprozess des Landes vom Apartheid-Regime zu einer anti-rassistischen Demokratie unterstützen. Wir waren uns natürlich des bescheidenen Umgangs unseres finanziellen Beitrags bewusst und hofften auf viele Nachahmer. Jedenfalls wollten wir eine Saat setzen, die aufgehen und viele Früchte in Form von gut ausgebildeten jungen Männern und Frauen bringen sollte. 30 Jahre danach konnte ich sehen, dass die Saat voll aufgegangen ist und der Schulkomplex „Masibambane“ ein großer Erfolg wurde.

Ende Mai dieses Jahres schloss ich mich – gemeinsam mit Renate Brauner – einer Delegation der Stadt Wien an und konnte erleben, wie junge Menschen beim entsprechenden Festakt musikalisch und sprachgewandt ihr Können unter Beweis stellten. Es war berührend zu sehen, wie Kinder aus den umliegenden Armenvierteln das Wissen und Können, das ihnen in der Schule vermittelt wurde, mit großem Selbstbewusstsein zum Ausdruck brachten. Sie sind es, die den Traum von Nelson Mandela verwirklichen können! Denn so wichtig die verschiedenen Einrichtungen sind, die Mandela und sein opfervolles Leben darstellen und verehren, so ist es entscheidend seine Hoffnungen und Ideen von einem neuen Südafrika umzusetzen!

(Politischer) Widerstand mit Verantwortung

(Politischer) Widerstand mit Verantwortung

Kürzlich fanden in Fresach in Kärnten die 12. Europäischen Toleranzgespräche statt. Wenige Wochen vor dem 100. Geburtstag der – allerdings schon mit 47 Jahren verstorbenen – großen österreichischen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann fanden die Diskussionen unter dem Titel „Widerstand und/mit/aus Verantwortung“ statt. Bachmann hat in ihren Romanen, Essays, Reden etc. die Nachkriegszeit schonungslos analysiert und seziert. Gegen viele Konventionen hat sie Widerstand geleistet aber immer mit Verantwortung für das Ganze. In meiner – hier veröffentlichten – Eröffnungsrede betonte ich die Notwendigkeit, bei und im Widerstand nie das Ziel einer gerechten und für alle Chancen bietenden Gesellschaft aus den Augen zu verlieren. Und es geht auch um den Beitrag des Widerstands zum Frieden sowohl im Inneren als auch zwischen Staaten.

How Trump’s Counterterrorism Strategy Frames Liberal Democratic Values as 'Left-Wing Extremism'

How Trump’s Counterterrorism Strategy Frames Liberal Democratic Values as 'Left-Wing Extremism'

“We Will Find You and We Will Kill You.” This is precisely the quote President Donald J. Trump concludes the presidential foreword of his 2026 Counterterrorism Strategy with. Introduced in May of this year, this strategy is supposed to be the solution to all terror threats the United States are currently facing – after years of Biden’s “borderless” policies that allegedly fostered “left-wing sentiments.”

The War Against Iran: Some Consequences

The War Against Iran: Some Consequences

Since the success of the Iranian revolution under the leadership of Ayatollah Khomeini, Iran’s political activities became a divisive issue for the region. Iran’s combination of its nuclear aspiration with its continuous threats against Israel, its interference in foreign countries especially in Lebanon, and, later, with its support—together with Russia—of the Assad regime in Syria characterized a revolutionary and aggressive foreign policy. One must understand that it is that particular mix of aggressive elements of its foreign policy, in combination with its efforts to come as close as possible to acquiring nuclear weapons, which created or at least enhanced tensions and fears amidst the Middle East.

How Regional Turbulence is Reshaping the South Caucasus

How Regional Turbulence is Reshaping the South Caucasus

The South Caucasus has entered one of the most consequential periods in its modern history. After decades of armed confrontation, Armenia and Azerbaijan are engaged in an unprecedented normalization process that has raised realistic expectations for a formal peace treaty. At the same time, however, the region finds itself surrounded by escalating geopolitical turbulence - from instability involving Iran to broader disruptions across the Middle East and Eurasian transport routes. These developments place the South Caucasus at the intersection of peacebuilding, strategic trade competition, and regional security risks. While new opportunities are emerging, so too are vulnerabilities that could influence the implementation of Armenian-Azerbaijani peace and the future of the Middle Corridor.

Europe, Culture, Technology, and Citizens Belonging

Europe, Culture, Technology, and Citizens Belonging

How can and should we define culture when we are discussing its possible contribution to the European project? Culture—and especially the arts like movies, theater performances, novels, visual arts, community projects—should not be forced to take the one or the other form of expression. Art must be free to limit itself to bring enjoyment and pleasure to the people.  But in relations to our subject, we should use a definition of culture as a generally open-minded, often ambivalent, extravagant and even provocative contribution to forming and transforming society. Culture is in this respect closely linked to the arts and we should be aware, that it is also an elitist ‘project’. Even as it has an elitist background, it can be presented and used to win the attention and support of a wider public and by this have an important political effect.

Der Norden Europas und die Arktis – Sicherheit durch Rüstung und/oder Zusammenarbeit

Der Norden Europas und die Arktis – Sicherheit durch Rüstung und/oder Zusammenarbeit

Es ist nicht verwunderlich, dass sich auf Grund des neuesten Krieges alle Augen in Richtung Nahen Osten wenden. Dort spielt die aktuelle – tragische – militärische, geo-ökonomische und -politische Musik. Auch nach der Waffenpause bleibt die Region unter extremer Spannung. Leider wird dadurch der andauernde Krieg Russlands gegen die Ukraine in den Hintergrund gerückt. Noch mehr gilt das für potenzielle Konfliktregionen im Norden Europas. Aber wir sollten uns nie von der kritischen Beobachtung der anderen, wenngleich eher langfristig gefährlich werdenden, Krisenregionen durch die aktuellen Kriege und Konflikte ablenken lassen. Gerade die kriegerischen Entwicklungen im Nahen Osten machen deutlich, wie sich die sträfliche Vernachlässigung von schwelenden Bränden katastrophal auswirken kann.

So war es durchaus sinnvoll, dass sich die diesjährige Konferenz der Pariser Verteidigungsakademie mit den Entwicklungen im Norden Europas und vor allem in der Arktis auseinandersetzte. Das Partnerland war diesmal – nicht zufällig – Dänemark. Der Streit um Grönland bzw. der imperiale Anspruch von US-Präsident Trump auf diese Insel war ein entsprechender Anlass. Trump hatte mit seinen Ansprüchen insofern ein Argument, als dass Grönland eine wichtige Rolle für die Sicherheit in und rund um die Arktis darstellt. Aber er irrt, wenn er glaubt, durch einen Wechsel im Eigentum und durch eine daraus folgende Entfremdung zwischen den USA und Europa einen Beitrag zur Sicherheit zu leisten. Jedenfalls kommt dadurch wieder seine Ablehnung der internationalen Zusammenarbeit und speziell der Europäischen Union zum Ausdruck. Für ihn zählt nur, worüber er auch selbst verfügen kann – oder zumindest glaubt verfügen zu können.

Etappensieg der Liberalen Demokratie

Etappensieg der Liberalen Demokratie

Die Abwahl Viktor Orbans und seiner Fidesz-Partei – und damit des illiberalen politischen Systems – war ein wichtiger Schritt für Ungarns Demokratie und die Zukunft der Europäischen Union! Es war Viktor Orban, der den Begriff der ‚illiberalen‘ Demokratie prägte oder zumindest propagierte. Diese Form der Demokratie beruht weiterhin auf Wahlen, versucht sie aber durch entsprechende Verfassungsänderungen und durch Medienkonzentration in den Händen der Machthaber in ihrer Bedeutung zu schmälern. Die Medienpolitik in der illiberalen Demokratie hat dabei das Ziel, ein wesentliches Charakteristikum der liberalen Demokratie – die freie Meinungsäußerung und Meinungsbildung – zu unterbinden. Die Machthaber versuchen ihre Meinungs- und Führungsposition zu monopolisieren. Diese spezielle Form der Demokratie hat jetzt in Ungarn eine Niederlage erlitten, aber dennoch ist die illiberale Bewegung keineswegs tot. Die Auseinandersetzungen zwischen der liberalen und der illiberalen Gestaltung der Demokratie gehen weiter. 

Georgia’s Fading Rose: How the Dream of Democracy Turned into an Authoritarian Nightmare

Georgia’s Fading Rose: How the Dream of Democracy Turned into an Authoritarian Nightmare

Yet as the world grapples with multiple crises, Georgia risks becoming a blind spot for the EU. Some member states argue for prioritizing internal reforms over expansion, but this must not come at the cost of ignoring Georgia’s democratic aspirations. The most effective long-term strategy for the EU may be to demonstrate its willingness—and capacity—to protect neighbours with democratic ambitions in the face of external aggression. Parallel to the diversification, Europe raised its production of energy out of sustainable resources. Nevertheless, the war in Iran and especially the Iranian blockade of the street of Hormuz is an enormous threat for a continuous energy supply, as demand for energy is expected to grow with the duration of the war.

Iran War and its Consequences for Europe: A Shock and a Vision

Iran War and its Consequences for Europe: A Shock and a Vision

It is obviously too early to evaluate seriously the effects of the present Iran war on Europe. It will definitely have different effects, and it is to be feared that these will be predominantly negative – at least in the short run. The question is if a new alliance between the Gulf countries – possibly including Türkiye – and the European Union can grow out of the ashes of this war. One only can hope that this dreadful war will also offer new chances.

Parallel to the diversification, Europe raised its production of energy out of sustainable resources. Nevertheless, the war in Iran and especially the Iranian blockade of the street of Hormuz is an enormous threat for a continuous energy supply, as demand for energy is expected to grow with the duration of the war.