„Sie sollen den Iran angreifen. Der Iran wird ihnen zeigen, wie gut er sich verteidigen kann. Aber sie trauen sich gar nicht, den Iran anzugreifen, weil sie wissen, dass die iranische Armee gut aufgerüstet ist.“
Solche Kommentare waren häufig von Befürwortern der Islamischen Republik zu hören.
„Die USA und auch Israel sollen endlich den Iran angreifen und die Islamische Republik schnell beseitigen, damit die iranische Bevölkerung befreit wird und die iranische Diaspora in die Heimat zurückkehren kann.“
Das sind Kommentare, die von Gegnern der Islamischen Republik zu hören waren. Beide Gruppen irren sich. Beide verfügen über falsche Informationen und falsche Vorstellungen.
Die Befürworter des iranischen Regimes gingen davon aus, dass die USA und Israel nach wenigen Tagen aufgeben würden, weil sie der militärischen Stärke Irans nicht standhalten könnten. Die Gegner des Regimes hingegen rechneten damit, dass der Iran militärisch nicht in der Lage sei, lange zu kämpfen, dass er nach kurzer Zeit kapitulieren würde, dass die Machthaber freiwillig das Feld und das Land verlassen und den Nächsten Platz machen würden.
Doch was soll danach kommen?
Wie soll der gewaltige Schaden eines Krieges repariert werden?
Wie ist eine solche schreckliche Katastrophe zu bewältigen?
Wie sollen die Toten gerechtfertigt und erklärt werden?
Krieg ist kein harmloses Spiel, das man ohne Sorge beginnen und nach Belieben wieder beenden kann. Krieg hat seine eigene Dynamik. Er fragt nicht, ob Töten Sünde ist, ob die Zerstörung der kulturellen Werte eines Landes ein Verbrechen darstellt oder ob das Auslöschen der Erinnerung eines Volkes ein historischer Verlust ist.
All das fragt der Krieg nicht. All das bedenkt er nicht.

